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Was ist eine Komplettsanierung?
Eine Komplettsanierung bringt ein Haus energetisch und funktional auf den neuesten Stand – von der Dämmung über die Heizung bis zur Photovoltaikanlage. Ziel ist es, den Energieverbrauch drastisch zu senken und den Wohnkomfort dauerhaft zu erhöhen.
Im Unterschied zur Kernsanierung (vollständiger Rückbau) oder einer Teilsanierung (einzelne Maßnahmen) umfasst eine energetische Komplettsanierung alle Gewerke, die den Energieverbrauch beeinflussen. Für ein 150-qm-Haus ist sie besonders effektiv: Größere Flächen ermöglichen höhere Einsparungen und profitieren stärker von Förderprogrammen.
Eine Komplettsanierung umfasst typischerweise folgende Maßnahmen:
Zieldefinition: Das häufigste Sanierungsziel 2026 ist der KfW-Effizienzhaus-Standard EH 55 oder EH 40 – das entspricht einem Primärenergiebedarf von maximal 55 % bzw. 40 % eines vergleichbaren Neubaus. Wer EH 40 erreicht, erhält die höchsten Tilgungszuschüsse und ist für künftige gesetzliche Anforderungen langfristig gewappnet.
Komplettsanierung Kosten 2026: Was müssen Sie pro m² einplanen?
Die Faustformel für 2026: Eine energetisch fokussierte Komplettsanierung kostet zwischen 1.000 € und 1.500 € pro m² Wohnfläche (brutto inkl. MwSt.). Bei Altbauten aus den 1950er und 1960er Jahren können die Kosten auf bis zu 1.800 €/m² steigen – je nach Schadstoffbelastung, Statikbedarf und Aufwand der Einzelgewerke.
| Sanierungsart | Kosten pro m² | Typisch für 150 m² | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Teilsanierung | 400–800 €/m² | 60.000–120.000 € | Einzelmaßnahmen (z. B. nur Heizung oder Fenster) |
| Energetische Komplettsanierung | 1.000–1.500 €/m² | 150.000–225.000 € | Häuser Bj. 1970–1990, Ziel EH 55 oder EH 40 |
| Kernsanierung (inkl. Innenausbau) | 1.200–1.900 €/m² | 180.000–285.000 € | Altbauten, vollständige Modernisierung aller Gewerke |
| Altbau vor 1960 / Denkmal | 1.500–1.800 €/m² | 225.000–270.000 € | Gebäude mit Schadstoffen, Statikbedarf oder Denkmalschutz |
Wichtige Budgetregel: Planen Sie immer einen Sicherheitspuffer von 10–15 % ein. Unvorhergesehene Schäden (Schimmel, Feuchte) sind bei Altbauten der Regelfall. Reserve separat einplanen, nicht aus dem Förderbudget finanzieren.
Kosten der einzelnen Sanierungsmaßnahmen im Detail
Was kostet welche Maßnahme? Die folgende Preisübersicht basiert auf aktuellen Marktdaten (BKI, Q4 2025) für ein 150-qm-Einfamilienhaus in der Rhein-Neckar-Region. Regionale Abweichungen von ±15 % sind möglich.
| Maßnahme | Einheit / Preis | Kosten (EFH 150 m²) | Förderfähig |
|---|---|---|---|
| 🧱 Fassadendämmung (WDVS) | 160–350 €/m² Fassade | 18.000–35.000 € | BAFA: 15–20 % |
| 🏠 Dachdämmung (inkl. Eindeckung) | 70–250 €/m² Dachfläche | 10.000–25.000 € | BAFA: 15–20 % |
| 🔲 Keller- / Bodenplattendämmung | 40–100 €/m² | 4.500–12.000 € | BAFA: 15–20 % |
| 🪟 Fenstertausch (3-fach Verglasung) | 500–1.200 €/Fenster | 5.000–12.000 € (10 Stück) | BAFA: 15–20 % |
| 🔥 Wärmepumpe (Luft-Wasser) | inkl. Installation | 18.000–35.000 € | KfW 458: bis 70 % |
| 🌀 Lüftungsanlage (WRG) | inkl. Kanalnetz | 5.000–10.000 € | BAFA: 15–20 % |
| ☀️ PV-Anlage (10 kWp + Speicher) | 0 % MwSt. seit 2023 | 15.000–25.000 € | 0 % MwSt. + EEG-Vergütung |
| 📋 Energieberatung (iSFP) | inkl. Sanierungsfahrplan | 500–2.000 € | BAFA: 50 %, max. 650 € |
Nebenkosten nicht vergessen: Zu den Baukosten kommen Planungskosten (Architekt / EEE), Baustelleneinrichtung, Gerüstkosten, Entsorgung von Altmaterialien und ggf. Schimmelsanierung. Rechnen Sie 15–20 % Baunebenkosten obenauf – also bei 87.500 € Baukosten noch einmal 13.000–17.500 € zusätzlich.
Realistische Beispielrechnung: 150-qm-Haus, Baujahr 1975
Ein Einfamilienhaus (150 m² Wohnfläche, Baujahr 1975, Energieeffizienzklasse F) in der Rhein-Neckar-Region soll auf den Standard EH 55 gebracht werden. Alle Preise brutto inkl. MwSt., Stand April 2026:
* KfW 458 Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 20 % (Austausch Gasheizung >20 Jahre). Bei Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr zusätzlich 30 % Einkommensbonus möglich → bis zu 70 % Gesamtförderung.
Hinweis: Alle Zahlen sind repräsentative Mittelwerte. Tatsächliche Kosten variieren je nach Gebäudezustand, Region und gewählten Materialien. TRI IMMO erstellt Ihnen ein individuelles, transparentes Festpreisangebot – ohne versteckte Kosten.
Diese 6 Faktoren beeinflussen Ihre Sanierungskosten am stärksten
Warum kostet dasselbe Haus in München deutlich mehr als in der Pfalz? Und warum ist ein Bau von 1960 nicht dasselbe wie einer von 1985? Diese Faktoren erklären die Preisunterschiede:
Förderungen 2026: So reduzieren Sie Ihre Kosten um bis zu 70 %
Der Staat subventioniert die energetische Sanierung so großzügig wie kaum je zuvor. Wer die Programme klug kombiniert, reduziert seinen Eigenanteil erheblich. Hier alle relevanten Programme im Überblick:
| Programm | Was wird gefördert? | Förderhöhe 2026 |
|---|---|---|
| KfW 458 | Heizungstausch: Wärmepumpe, Biomasse, Fernwärme, Solarthermie | 30–70 % Direktzuschuss |
| KfW 261 | Komplettsanierung zum Effizienzhaus – Kredit mit Tilgungszuschuss | bis 25 % Tilgungszuschuss, Kredit bis 150.000 € |
| KfW 358/359 | Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen | Kredit bis 120.000 € |
| BAFA BEG EM | Einzelmaßnahmen: Dämmung, Fenstertausch, Lüftung, Anlagentechnik | 15 % + 5 % iSFP-Bonus = 20 % |
| BAFA Energieberatung (EBW) | Energieberatung inkl. iSFP durch zertifizierten EEE | 50 % des Honorars, max. 650 € (EFH) |
| § 35c EStG | Steuerbonus als Alternative zur BAFA-Förderung | 20 % der Kosten auf max. 200.000 €, verteilt auf 3 Jahre |
Wie kombiniere ich KfW und BAFA optimal?
Für verschiedene Maßnahmen am selben Gebäude ist die Kombination erlaubt – und sinnvoll: KfW 458 für die Wärmepumpe + BAFA für Fassade, Fenster und Lüftung. Für dieselbe Maßnahme darf keine Doppelförderung beantragt werden. BAFA-Zuschuss und Steuerbonus (§ 35c EStG) schließen sich gegenseitig aus – hier müssen Sie sich entscheiden (Tipp: Bei höheren Einkommen oft der Steuerbonus vorteilhafter).
⚠ Kritische Reihenfolge: Förderanträge müssen vor Auftragserteilung und Baubeginn gestellt werden – ohne Ausnahme. Wer einen Handwerkervertrag unterschreibt, bevor der Antrag genehmigt ist, verliert den gesamten Förderanspruch. Planungsleistungen und unverbindliche Kostenvoranschläge sind vorab erlaubt. TRI IMMO koordiniert die gesamte Förderbeantragung für Sie.
Lohnt sich die Komplettsanierung finanziell?
Die kurze Antwort: Ja – in den meisten Fällen, besonders für Altbauten. Hier die drei Renditetreiber einer Komplettsanierung im Detail:
Profi-Tipp: Wer plant, die Immobilie in 5–10 Jahren zu verkaufen, profitiert überproportional: Sanierte Objekte sind schneller verkauft und erzielen 15–25 % höhere Preise – die Sanierungskosten sind dann nicht nur amortisiert, sondern haben echten Mehrwert erzeugt. TRI IMMO berät Sie, welche Maßnahmen vor einem Verkauf den höchsten ROI erzielen.
Häufige Fragen zur Komplettsanierung 2026
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